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Mehr Strom aus dem Heizkeller

03.09.2010   |   Wirtschaft und Industrie

Der Gasgroßhändler Eon Ruhrgas engagiert sich bei Deutschlands größtem Feldtest mit rund 200 Kleinst-Blockheizkraftwerken.

„Wir rechnen damit, dass Mikro-KWK-Heizgeräte besonders im Modernisierungsmarkt punkten werden, da sich die Technologie hervorragend eignet, um veraltete Gas- und Ölheizsysteme zu ersetzen“, sagt Michael Koschowitz, Leiter Gasmarktentwicklung bei Eon Ruhrgas.

Michael Koschowitz sieht viele Anwendungsmöglichkeiten für Mikro-BHKW in Heizkellern
Die von der Industrie bereits weit entwickelten Blockheizkraftwerke in Kühlschrankgröße erzeugen Strom und Wärme gemeinsam und versprechen mehr Effizienz im Heizkeller. Sie stoßen im optimalen Fall bis zu 40 Prozent weniger CO2 aus als ein Heizkessel und ein Kraftwerk bei getrennter Erzeugung der gleichen Menge Strom und Wärme. Ein-, Zwei- und kleinere Mehrfamilienhäuser mit einem jährlichen Wärmebedarf ab 15 000 kWh gelten als ideale Einsatzfelder.

„Nach unserer Einschätzung wird etwa die Hälfte der jährlich abgesetzten Heizgeräte in Gebäuden installiert, die sich für Mikro-KWK gut eignen“, erläutert Koschowitz. Der Geräteindustrieverband BDH gibt die Zahl der im letzten Jahr in Deutschland verkauften Heizgeräte mit etwa 638 000 an.

Viel Platz für Effizienz in deutschen Heizkellern
Vaillant nutzt einen Ottomotor des japanischen Herstellers Honda als Aggregat, EHE verwendet einen Vier-Zylinder-Stirling-Motor für sein Whispergen-BHKW, die anderen Gerätebauer setzen Linear-Freikolben-Stirling-Motoren ein. Komplettiert werden die Blockheizkraftwerke durch Wärmespeicher und in den meisten Fällen durch einen integrierten Brennwertkessel für die Spitzenlast an kalten Wintertagen.

Technik bei Hausbesitzern noch weitgehend unbekannt
Ziel ist eine möglichst schnelle Markteinführung der Effizienztechnik. Die Gaswirtschaft verspricht sich davon die Sicherung ihres Gasabsatzes. Der raschen Verbreitung der Blockheizkraftwerke entgegen steht ihre mangelnde Bekanntheit. „Im Rahmen einer von Eon Ruhrgas durchgeführten Marktforschung zeigte sich, dass die Mikro-KWK-Technologie den Hauseigentümern weitgehend unbekannt ist“, berichtet Koschowitz. Nach ausführlicher Information sei jedoch ein nennenswerter Teil der Befragten bereit gewesen, Mikro-BHKW einzusetzen, obwohl sie derzeit noch vergleichsweise teuer sind. Von der Mehrheit heiß begehrt seien die Geräte jedoch noch nicht.

Und auch die politischen Entscheidungen der letzten Wochen trugen nicht dazu bei, die Verbreitung der neuen Technik zu beschleunigen. „Das aktuell beschlossene Aussetzen des Impulsprogramms zur Förderung der Mikro-KWK verschlechtert nicht nur die Bedingungen für die Markteinführung, sondern steht auch im Widerspruch zum erklärten Ziel, den KWK-Anteil zu erhöhen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren“, meint Koschowitz. Das sieht man bei der ASUE, der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch, genauso. „Die Bundesregierung muss nun Antworten auf die Frage geben, wie sie zur Erhöhung des KWK-Stromanteils beitragen will, wenn sie ihre eigenen Klimaschutzziele nicht gefährden will“, forderte am 14. Juli in München Präsidiumsmitglied Klaus-Peter Dietmayer.

Quelle: GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH

Preissenkungen nicht weitergegeben – Grüne kritisieren Energiekonzerne

03.08.2010   |   Politik

Die Grünen bemängeln den nicht funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt. Vize-Fraktionschefin Höhn fordert die Konzerne auf, Preissenkungen an die Kunden weiterzugeben. Laut einer Studie der Partei kassieren die Stromkonzerne in diesem Jahr eine Milliarde Euro zuviel bei den Verbrauchern ab.

Über diesen Link können Sie den original Artikel komplett lesen.

Quelle: n-tv  |  03.08.2010

Preissenkungen nicht weitergegeben – Grüne kritisieren Energiekonzerne (Kopie 1)

03.08.2010   |   Politik

Die Grünen bemängeln den nicht funktionierenden Wettbewerb auf dem Strommarkt. Vize-Fraktionschefin Höhn fordert die Konzerne auf, Preissenkungen an die Kunden weiterzugeben. Laut einer Studie der Partei kassieren die Stromkonzerne in diesem Jahr eine Milliarde Euro zuviel bei den Verbrauchern ab.

Über diesen Link können Sie den original Artikel komplett lesen.

Quelle: n-tv  |  03.08.2010

Mikro-KWK-Anlagen: Kraftwerk im eigenen Keller

03.05.2010   |   WhisperGen

Pressebericht des sanevo-Partners badenova vom 26.04.2010

Badenova bietet Endkunden eine Paketlösung mit Stirlingmotor an. Zweijähriger Feldtest mit der Anlage WhisperGen verlief erfolgreich.

Die badenova in Freiburg vertreibt nun die Anlage WhisperGen mit Stirlingmotor als Komplettlösung für Ein- und Zweifamilienhäuser. Das Unternehmen präsentierte das neue Angebot während der Messe Gebäude, Energie, Technik (5. – 7. März) in Freiburg. In einem zweijährigen Feldtest hatte badenova zuvor in 20 Privathaushalten zwei Typen von Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf ihre Praxistauglichkeit untersucht. Laut badenova zeigen die Ergebnisse, dass der Markt und die Technik reif sind für kleine Heizungen, die zusätzlich Strom erzeugen.

Die Freiburger haben daraufhin das „Energiepaket für zu Hause“ zusammengestellt. Die Systemlösung soll den Hausbesitzer von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Anlage unterstützen. Zum Pauschalpreis ab 18 990 € erhält der Kunde das Gerät WhisperGen DE 1 von sanevo und einen 800-l-Pufferspeicher, Regelungseinheit, Abgassystem, Verrohrungsset und Umwälzpumpe. Badenova kümmert sich zudem um die Rückerstattung der Mineralölsteuer, die das Gesetz für KWK-Geräte vorsieht, sowie um die Vergütung des erzeugten Stroms.

Im Preis enthalten ist der Einbau durch geschulte und zertifizierte Fachhandwerker aus der Region. Der Heizungsmonteur übernimmt folgende Arbeiten: Installation, hydraulischer Abgleich, elektrische Anbindung, Inbetriebnahme und Wartung. „Wir wollen mit dem Handwerk gemeinsam die neuen Märkte erschließen. Unsere Kompetenz und die Kompetenz des Handwerks ergeben zusammen den Vorteil für den Kunden“, so badenovas Marketing-Chef Achim Röderer.

Das Gerät WhisperGen in der Größe eines Kühlschranks hat einen Stirlingmotor, der mit Erdgas läuft. Die thermische Leistung beträgt 12 kW, die elektrische 1 kW. Der Hausbesitzer spart zum einen Kosten, da er selbst Strom erzeugt, zum anderen bekommt er für jede erzeugte Kilowattstunde eine Vergütung von 5,11 ct gemäß KWK-Gesetz. Zusätzlich kann der Hauseigentümer Geld verdienen, wenn er mehr Strom erzeugt, als er selbst verbraucht, und ihn zu den am Markt üblichen Handelspreisen ins Netz einspeist.

Bevor badenova sich für diese Paketlösung entschied, testete das Unternehmen bei Privathaushalten zwölf Stirlingmotoren der Marke WhisperGen und acht Anlagen mit von Dampf angetriebenem Doppelkolben der Firma Otag (ZfK 1/10, 22) – beide mit Erdgas betrieben. Der Feldtest hat gezeigt, dass die WhisperGen-Geräte dem Modell von Otag im Hinblick auf Zuverlässigkeit überlegen sind. Die Energiebilanz der Anlagen zeige, dass sie sich für durchschnittliche Einfamilienhäuser eignen und zu deren Lastverhalten passen.

Die Ergebnisse aus dem Versuch seien vielversprechend: „Die WhisperGen-Motoren laufen zuverlässig und haben einen durchschnittlichen Gesamtnutzungsgrad von 80 % der verbrauchten Energie“, so Experten von der Hochschule Offenburg. Sie werteten für badenova sämtliche Leistungs- und Verbrauchsdaten aus, um den im Testbetrieb erzielten Nutzungsgrad zu ermitteln. Der Spitzenwert für den Gesamtnutzungsgrad lag bei 93,2 %.

Unter dem Motto „Energiepioniere gesucht“ unterbreitete badenova im März 2008 Hauseigentümern in der Region ein Angebot: 20 Kunden konnten in ihrem Haushalt zwei Jahre lang die beiden Typen der stromerzeugenden Heizung testen. Es bewarben sich daraufhin mehr als 2000 Kunden.

Diese Meldung finden Sie im sanevo Pressebereich als Download-Datei.

Die IFH / Intherm 2010 ging am 17. April in Nürnberg zu Ende

22.04.2010   |   sanevo

Nach vier Messetagen zieht sanevo eine positive Bilanz: Die Fachmesse für Sanitär, Heizung, Klima und Erneuerbare Energien war mit insgesamt 47.600 Besuchern (Fachbesucherquote 94 Prozent) ein großer Erfolg. 690 Aussteller (2008: 652) aus 17 Ländern präsentierten sich auf 38.000 m² Hallenfläche in Nürnberg.

Der von sanevo gemeinsam mit 2G-Home, dse, MVV-Energie und EHE ausgerichtete WhisperGen-Stand fand großen Andrang bei den Messebesuchern. Vor allem das ausgestellte WhisperGen-Schnittmodel war ein Highlight unter den Ausstellungsstücken.

Impulsprogramm zur Förderung von Mini-KWK-Anlagen wird eingestellt

07.04.2010   |   Politik

Wie wir von Oliver Krischer (Mitglied des Deutschen Bundestages Bündnis 90/Die Grünen) erfahren haben, ist es nun leider auch offiziell, was seit Monaten zu befürchten war: Das Impulsprogramm zur Förderung von Mini-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (Mini-KWK-Anlagen) wird nicht weiter fortgeführt.

Das Umweltministerium teilte mit, dass die Gelder mit den bereits bewilligten Anträgen bereits ausgeschöpft seien, so „dass für weitere Bewilligungen oder Verlängerungen von Bewilligungszeiträumen keine Mittel mehr zur Verfügung stehen“.Das ursprünglich auf zehn Jahre angelegte Programm wird nun bereits nach weniger als zwei Jahren abgeschafft. Auch hier begeht die Bundesregierung gegenüber der Wirtschaft, die in der Erwartung auf Einhaltung von politischen Zusagen investiert hat, Vertrauensbruch. Doch ohne das Impulsprogramm wird es die noch junge Technik mit ihrem großen Potential – die einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur Dezentralisierung der Stromerzeugung leistet – sehr viel schwerer haben, den Durchbruch im Markt zu erreichen. Bei den Mini-KWK-Anlagen wird mit wenig öffentlichem Geld ein Vielfaches für das Klima und die Energiewende bewirkt. Jeder Förder-Euro hat hier mindestens sieben Euro Investitionen ausgelöst. Umso unverständlicher ist Einstellung des Programms.

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Beim Impulsprogramm handelt es sich um die einmalige Förderung der Investition.

Natürlich erhält jeder Betreiber einer Mini-KWK-Anlage immer noch die Förderung von 5,11 Cent je kWh elektrisch. Die Neue Förderung (KWK-Gesetz seit dem 01.01.2009) von 5,11 Cent für eigenverbrauchten Strom, bleibt erhalten. Diese Förderung gilt ab der Inbetriebnahme für eine Dauer von 10 Jahren.

Die Rückerstattung der Energiesteuer für das eingesetzte Erdgas, sowie die Vergütung (nach EEX) auf die eingespeiste Kilowattstunde Strom in das öffentliche Netz bleiben erhalten.

Sprechen sie Ihren Regionalen Energieversorger auf einmalige Investitionsförderungen an. Parallel bietet die KfW Bank Finanzierungsmöglichkeiten und Investitionszuschüsse.

Neu: Garantieverlängerung für Ihren WhisperGen auf 5 Jahre

18.03.2010   |   sanevo, WhisperGen

Die WhisperGen Technologie-Versicherung erweitert die Garantiezeit Ihres WhisperGen nun auf 5 Jahre. Versicherer ist die Württembergische Versicherung AG.

Die Versicherung beginnt 24 Monate nach der Betriebsfertigkeit Ihres WhisperGen und endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, 36 Monate nach dem Beginn der Versicherung und/oder nach 30.000 Betriebsstunden. Maßgebend ist der frühere Zeitpunkt. Der Versicherungsschutz besteht für Ihren WhisperGen einschließlich Zubehör wie Pufferspeicher, Regeleinheit, Mikroblasenabscheider, Pumpengruppe, Abgassystem, Wechselstromzähler.

Die Versicherung ist im Umfang des sanevo WhisperGen-Systempakets enthalten.

Erfolgreiche Inbetriebnahme des ersten seriengefertigten WhisperGen

10.02.2010   |   sanevo, WhisperGen

Am 10. Februar 2010 ist der erste WhisperGen der neuen DE 01 Serie beim Endkunden in Ottobrunn ans Netz gegangen. Die Montage erfolgte über die Firma MOVE Services GmbH. Die Servicetechniker Jan Studer von sanevo und Alexander Zimmermann von EHE installierten neben der neuen Maschine auch die innovative Online-Überwachung „sanevo-Control“, über welche die Daten zur Anlage jederzeit und von jedem Ort per Internet einsehbar sind.

In Deutschland klarer Trend gegen Kohlekraft

14.12.2009   |   Politik

Zwei weitere geplante Kohlekraftwerke werden nicht gebaut: Dörpen bei Oldenburg und das Mainzer Kohleprojekt auf der Ingelheimer Aue. Damit sind seit Anfang 2008 zehn geplante und teils schon genehmigte Kohlekraftwerke von Bürgern und ihren Initiativen gestoppt. Es gibt in Deutschland zweifellos einen klaren Trend gegen Kohlekraft. Die Deutschen sehen ihre Zukunft zu über 90% in sauberen Erneuerbaren Energien.

In Dörpen haben über 8.000 Bürgerinnen und Bürger Einwände gegen das geplante Kohlekraftwerk erhoben. Zusammen mit dem Fernsehjournalisten Franz Alt hatte sich in einer gemeinsamen Großveranstaltung auch der Windradhersteller und Chef von Enercon, Aloys Wobben, gegen die Kohlekraft ausgesprochen und gedroht, eine geplante Windkraftfabrik in der Nachbarschaft nicht zu bauen, wenn das Kohlekraftwerk realisiert würde.

Das Kohlekraftwerk hätte etwa 100 Arbeitsplätze gebracht, aber die Windradfabrik bringt laut Wobben 1.000 Arbeitsplätze. In Mainz verabschiedete sich ebenfalls in dieser Woche die neue Koalition aus SPD, Grünen und FDP vom jahrelang umstrittenen Kohleprojekt auf der Ingelheimer Aue.

In Deutschland sind jedoch noch weitere 27 Kohlekraftwerke geplant. In dieser Woche herrscht zwar Freude bei den Kohlegegnern, aber sie haben noch viel zu tun bis die alte Energiewirtschaft zusammen mit ihrer Lobby in der Politik zur Vernunft kommt. Es ist für die Demokratie eigentlich eine Schande, dass immer öfter und immer mehr Bürger gegen die Politik das Schlimmste verhindern müssen. Wozu wählen wir eigentlich?

In Düsseldorf will zum Beispiel Ministerpräsident Jürgen Rüttgers unbedingt das geplante Kohlekraftwerk Datteln retten. Er will dafür sogar in der Verfassung den Klimaschutz streichen. Diesen Anschlag auf die Verfassung müssen verfassungstreue Bürger gegen ihre verfassungsfeindliche Regierung verhindern. Soweit ist es mit der Demokratie in Deutschland gekommen.

Rüttgers Kohle-Politik passt zurzeit doch überhaupt nicht zu den Bemühungen in Kopenhagen, Klimaschutz weltweit nach vorne zu bringen. Vielleicht sollte die Klimakanzlerin in Düsseldorf bei ihren Parteifreunden mal Klartext reden.

Quelle: Sonnenseite 2009  |  TAZ, 11.12.2009

Grünes Leitbild für Wirtschaft und Industrie dringend notwendig

23.11.2009   |   Wirtschaft und Industrie

Die europäische Industriepolitik steht angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, des drohenden Klimawandels und der knappen Ressourcen vor neuen Herausforderungen.

Die europäische Industriepolitik steht angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, des drohenden Klimawandels und der knappen Ressourcen vor neuen Herausforderungen. Ein grundlegender Strukturwandel hin zu einer „grünen“ Wirtschaft ist dringend notwendig und bleibt ohne Alternative. Die Industriepolitik muss sich dabei zu einem Herzstück nachhaltigen Wirtschaftens entwickeln. Zu dieser Einschätzung kommt das Freiburger Öko-Institut, eine der europaweit führenden Umweltforschungseinrichtungen.

Bei der internationalen Jahrestagung in Brüssel beschäftigten sich über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie hochrangigen Referent/innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit dem Thema »Nachhaltige Industriepolitik für Europa«.

Die Krise als Chance für die Umwelt
Aus Sicht des Öko-Instituts birgt die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise auch eine Chance für die Umwelt. „Gerade in der Krise ist ein Umsteuern hin zu einer umwelt- und klimaverträglichen Wirtschaftsweise nicht nur notwendig, sondern auch möglich“, sagt Christian Hochfeld, Mitglied der Geschäftsführung im Öko-Institut und Experte für nachhaltiges Wirtschaften. „In Deutschland wie eigentlich überall in Europa haben wir aber bisher weitestgehend die Chance verpasst, die Krise zum wirklichen Umlenken zu nutzen“, sagt er. „So fehlen beispielsweise überzeugende Instrumente, um Alternativen zur Abwrackprämie anzubieten“, kritisiert der Öko-Instituts-Experte.

Was muss sich also ändern?
Mittel- und langfristig geht es aus Sicht der Wissenschaftler bei der Industriepolitik um die aktive Begleitung jedes einzelnen Industriesektors in eine CO2-freie Wirtschaftsweise, die zudem die Ressourcen im Kreislauf nutzt. Das ist weit mehr als eine Förderung der Umwelttechnologien.

„Wir brauchen eine dritte industrielle Revolution. Dazu muss der Staat den Primat der Politik wiedererlangen und die Politik ihre Aufgabe ernst nehmen, zukunftsfähige Rahmenbedingungen zu setzen. Ohne diese läuft der freie Markt ins Leere“, sagt Christian Hochfeld. Ein negatives Beispiel hierfür: Die unzureichenden Zielvereinbarungen auf EU-Ebene für CO2-Emissionen bei Autos, die weder zu einem wirksamen Klimaschutz noch zu einer zukunftsfähigen Marktpositionierung deutscher und europäischer Automobilkonzerne führte.

Vorteile: Kostenersparnis und Wettbewerbsvorsprung
Neben schmerzhaften Umbrüchen wird es nach Einschätzung der Wissenschaftler auch durchaus erwünschte positive Auswirkungen geben: „Eine ambitionierte, nachhaltige Industriepolitik muss als treibende Kraft für Innovationen genutzt werden. Sie kann Vorreiter-Unternehmen somit einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen“, sagt der Öko-Instituts-Experte. Weitere Vorteile einer nachhaltigen Wirtschaftsweise: sinkende Kosten durch Energieeinsparungen und verringerte Abhängigkeit von knapper werdenden Rohstoffimporten.

Forderungen für die notwendige wirtschaftliche Umstrukturierung in der EU kommen auch von den Vereinten Nationen: Im Rahmen der Initiative zu einem „Global Green New Deal“ fordern die UN-Organisationen und die Leitung des Umweltprogramms von Europa, mindestens ein Drittel aller Konjunktur- und Rettungspakete in der Krise für den Umbau der Wirtschaft zu nutzen. Davon ist Brüssel noch weit entfernt.

Appell an Brüssel
Das Öko-Institut fordert Brüssel zu einem grundlegenden Umdenken in der Industrie- und Wirtschaftspolitik auf. Dringend notwendig ist die für das kommende Jahr geplante Revision der Lissabon-Strategie und die damit verbundene Suche nach einem neuen, funktionierenden industrie-politischen Leitbild. „Die Lissabon-Strategie hat in Bezug auf eine CO2-freie und ressourcen-schonende Wirtschaft kaum Fortschritte gebracht“, fasst Christian Hochfeld zusammen. „Nur wenn ein neues industriepolitisches Leitbild konsequent ehrgeizige Ziele und Strategien in Bezug auf die langfristige Dekarbonisierung der Wirtschaftssektoren und die Schonung der natürlichen Ressourcen in den Vordergrund stellt, ist die Industriewende machbar. Nur so lässt sich auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit in Europa sichern.“

Mehr Informationen zu der internationalen Jahrestagung des Öko-Instituts finden Sie hier.

Quellen: Öko-Institut e.V. 2009  |  Franz Alt (sonnenseite.com)

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